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KomProf©


KomProf© - Entstehung


Im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Frau Dr. Nicole Ramacher-Faasen an der Universität zu Köln, kam es in mehreren Projekten immer wieder zu dem Problem, dass sich sowohl pädagogische Fachkräfte als auch Eltern und Erziehungsberechtigte hinsichtlich gemeinsamer Gespräche über ein Kind, dass in irgendeiner Form als „auffällig“ gilt, häufig missverstehen und die Beratungen und gemeinsam Besprochenes nicht zielführend sind und so keinen Effekt haben.

Zum Beispiel: Eltern werden in die Schule bestellt, da das Kind / der Jugendliche

  • sich auffällig verhält oder
  • unkonzentriert ist oder
  • Lernprobleme hat.

Die o.g. Aussagen sind inhaltlich sehr umfassend, wenig konkret und vor allem nicht ressourcenorientiert. Es gilt also, die Beratung differenzierter zu gestalten. Zu einer konkreten Gesprächsvorbereitung und natürlich auch um Förder- und Forderziele ableiten zu können, gehört eine gezielte Beobachtung.

Die Probleme bleiben also weiterhin bestehen und die Beziehung zwischen den Beteiligten bleibt aufgrund der aufgebrachten, aber unzweckmäßigen Anstrengung weiterhin angespannt, dies bildet häufig die Grundlage für weitere Probleme.


Grundgedanke


Die Idee des KompetenzProfils (KomProf, © Ramacher- Faasen, 2013) ist insbesondere aus der Frage entstanden, ob pädagogische Fachkräfte (Lehrer/Therapeuten etc.) mit Eltern bzw. weiteren Angehörigen eines Kindes oder Jugendlichen eigentlich über die gleichen Dinge reden, wenn sie von „Auffälligkeiten“ in einem Bereich sprechen und wie diesem Problem zielgerichtet entgegengewirkt werden kann.

KomProf© (Dr. Ramacher-Faasen, 2013) ist ein pädagogisch-therapeutisches Verfahren, basierend auf der Beobachtung von Kindern und Jugendlichen im (vor-)schulischen und sozialen Kontext. Es können sowohl einzelne Kinder, einzelne Gruppen oder auch ganze Klassen beobachtet werden. Die Aufmerksamkeit des Beobachters / der Beobachter richtet sich hierbei auf Handlungen und Handlungszusammenhänge.


Einsatzbereich


Der Einsatz des KomProfs© gründet sich auf der Zusammenarbeit von pädagogischen Fachkräften untereinander oder in der Zusammenarbeit mit Eltern, um einem Kind die größtmögliche Unterstützung in seiner Entwicklung zu bieten und diese vor allem möglichst frei von Vorurteilen bewerten zu können.

  • KomProf© als (lern)therapeutisches Hilfsmittel
  • KomProf© als (sprach)therapeutisches Hilfsmittel
  • KomProf© als Hilfsmittel im Schulalltag
  • KomProf© als Hilfsmittel in der Erwachsenenbildung
  • KomProf© als Hilfsmittel im Elementarbereich

aber auch

  • KomProf© als Hilfestellung zur Reflexion der eigenen Arbeit
  • KomProf© als Gesprächsgrundlage für den (kollegialen) Austausch. So können sich Lehrer/ Therapeuten etc. durch die Arbeit mit dem KomProf im gleichen Zuge über die eigene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen klarer werden.

KomProf Ramacher-Faasen, 2013) als schulisches / therapeutisches Hilfsmittel


KomProf ist ein pädagogisch-therapeutisches Verfahren, das – vom Kindergartenalter an – dazu dient,

bei Schwierigkeiten im Lernprozess und auf der Verhaltensebene

  • die bestehenden Probleme genauer zu beschreiben,
  • die bestehenden Schwierigkeiten (z.B. auf bestimmte Situationen, Bedingungen) einzugrenzen,
  • (besondere) Kompetenzen zu erkennen, zu nutzen und zu fördern,
  • Förderbedarf abzuleiten und eine ressourcenorientierte Beratung vorzubereiten.

bei besonderen Kompetenzen im Lernprozess und auf der Verhaltensebene

  • die bestehenden Kompetenzen genauer zu beschreiben,
  • die bestehenden Kompetenzen (z.B. auf bestimmte Situationen, Bedingungen) einzugrenzen,
  • die bestehenden Kompetenzen zu nutzen, um den Schwierigkeiten des Kindes zu begegnen,
  • Forderbedarf abzuleiten und
  • eine ressourcenorientierte Beratung vorzubereiten.

Die stetige Weiterentwicklung dieses Verfahrens stellt einen Forschungsschwerpunkt von Frau Dr. Ramacher-Faasen dar.


Das Besondere


Das Besondere am Verfahren des KomProfs ist seine ausdrückliche Ressourcenorientierung an den Kompetenzen eines Kindes oder Jugendlichen:

  • Die Beurteilung des Verhaltens auf einer Skala von 1 (geringe Kompetenz) bis 10 (ausgeprägte Kompetenz), lässt aber gleichzeitig eine unkomplizierte Identifizierung bzw. Ableitung der Förderbereiche und -aspekte zu.
  • Durch die Aufteilung der Beurteilung in konkret umrissene Kompetenzbereiche, deckt das Verfahren auch die vorhandenen Ressourcen eines Kindes oder Jugendlichen auf, die zur Bewältigung eines Entwicklungsschrittes oder eines Förderbereiches nötig oder zumindest von Vorteil sind.
  • Außerdem werden, durch dieses kompetenzorientierte Verfahren auch bei Kindern, die in vielen Bereiche Probleme haben und „auffällig“ sind, Bereiche herausgestellt, in denen sie (möglicherweise) unterfordert sind und konkrete Forderung (statt Förderung) brauchen.
  • Hierzu ist es wichtig, dass Situationen geschaffen werden, die die Kinder in dem Maße fordern, dass auch ihre Kompetenzen und Ressourcen deutlich werden und nicht „nur“ ihre Schwierigkeiten.

Der Nutzen des VerfahrensDie Auswertung des KomProfs kann insbesondere als Gesprächsvorlage bei Elterngesprächen dienen, da durch eine computergestützte Visualisierung und die konkrete Problembeschreibung das gemeinsame Verständnis erleichtert wird.Außerdem ist der KomProf als Verlaufsübersicht nutzbar und kann bei Vergleich Entwicklung aufzeigen.So kann durch einen regelmäßigen Austausch und Abstimmung über gemeinsame Ziele die Entwicklung des Kindes zielgerichtet gefördert werden und ein Erfolg der entwickelten Fördermaßnahmen unaufwendig beurteilt werden.


Beispiele für mit dem KomProf© zu beobachteten Kompetenzbereiche sind:


  • die Schulentwicklung
  • das Lernverhalten bzw. der Lernprozess
  • die Symptome bestimmter Störungsbilder (AD(H)S, AVWS etc.)
  • mathematische oder schriftsprachliche Kompetenzen
  • das Sozialverhalten in der betreffenden Einrichtung
  • aber auch Verhaltensaspekte wie Selbstsicherheit, Motivation oder Emotionalität

Beispiel


Das definierte Problem des Kindes war laut Lehrerin die Auffassungsgabe. Anhand gezielter Beobachtungsitems, die von 1-10 bewertet wurden, konnte dieser Bereich konkreter beschrieben werden
 
 

Es wird deutlich, dass das Kind im Bereich Auffassungsgabe auch Kompetenzen aufweist, die es zu nutzen gilt. Ebenso werden auch die gezielten Förderinhalte, etwa die Informationsaufnahme und das schrittweise Bearbeiten von Aufgaben deutlich. Da das Kind eine sehr gute Auffassungsgabe von einfachen Arbeitsanweisungen zeigt, könnte diese Kompetenz genutzt werden, sodass zum Beispiel die Schritte eines Bearbeitungsprozesses auf kurze und einfache Anweisungen herunter gebrochen werden. Im Rahmen einer Beratung können nun diese Inhalte mit dem häuslichen Verhalten abgeglichen werden. Ziel ist es immer, das LernVerhalten der Kinder / Jugendlichen sinnvoll zu unterstützen.


Ablauf kurz und knapp


KONTAKTAUFNAHME

Sie als Lehrkraft/ Erzieher/in/ Therapeut/in/ Einrichtungsleitung nehmen per Mail Kontakt zu uns auf und wir vereinbaren einen (Telefon-)Termin, um die Rahmenpunkte für den Einsatz des KomProfs© an Ihrer Einrichtung zu besprechen.

KLÄRUNGSPHASE / BEDARFSANALYSE

Im gemeinsamen Gespräch werden Ihre Zielsetzungen, die Möglichkeiten und die zeitliche Planung der Entwicklungsdokumentation mit dem KomProf besprochen. Auch über die, je nach Aufwand variierenden Kosten, wird in diesem Gespräch informiert.

ERSTELLUNG DES BOGENS

Orientiert am gewünschten Einsatzbereich und den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen Ihrer Einrichtung, wird ein Beobachtungsbogen für das spätere Kompetenz-Profil erstellt.

SCHULUNG

Auf Grundlage des für Sie erstellten Beobachtungsbogens bzw. Profils, findet eine Schulung/ Webinar für Sie/ Ihr Team statt, in dem Sie Sicherheit für den Umgang mit dem Beobachtungsbogen erhalten sollen.

START DER PRAXISPHASE

Nach Entwicklung und Fertigstellen des Beobachtungsbogens des KomProfs© und der Schulung in Ihrer Einrichtung geht es in die Praxisphase und Sie kommen „zum Einsatz“: Sie und ggf. Ihre Kollegen führen die gezielte Beobachtung eines Zielkindes/ einer Zielgruppe im jeweiligen Kontext durch und füllen den KomProf©-Beobachtungsbogen aus. In der Regel dauert das Ausfüllen eines Bogens pro Kompetenzbereich nicht mehr als 5 Minuten. Dann senden Sie uns die ausgefüllten Beobachtungsbögen zu, sodass wir diese auswerten und die computergestützte Visualisierung der Ergebnisse erstellen.

AUSWERTUNG

Nach der Durchführung und Auswertung werden diese sowie individuelle Förder- und Fordemaßnahmen, die sich aus diesen Beobachtungen ergeben, in einem weiteren Gespräch gemeinsam besprochen. So werden Ihnen Möglichkeiten für Fördermaßnahmen aufgezeigt und Sie auf eine Beratung mit den Angehörigen eines Kindes/ Jugendlichen vorbereitet.

NETZWERKGESPRÄCH

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit in einem Netzwerkgespräch direkt mit Ihnen und den Angehörigen des Kindes/Jugendlichen über die sich aus den Ergebnissen des KomProfs© ergebenden Möglichkeiten und einer daraus hervorgehenden Förderplanung zu sprechen.

ENTWICKLUNGSVERLÄUFE DOKUMENTIEREN

Falls gewünscht, gibt es nach einem mit Ihnen vereinbarten Intervall die Möglichkeit das KomProf©-Verfahren erneut durchzuführen, sodass aus dem ersten Verfahren abgeleitete Fördermaßnahmen überprüft und ggf. angepasst werden können oder auch ein Entwicklungsverlauf des Kindes/ Jugendlichen aufgezeigt werden kann. Hierbei sprechen wir den Umgang und ggf. Veränderungen (im Vorhinein) ab.